


In
den Gräbern von Visby wurden neben einer großen Anzahl an Kettenhemden
auch 24 Plattenröcke gefunden. Diese Anzahl und Vielfalt ist einmalig.
Auch
bei den Handschuhen gab es Fortschritte. Gab es im 13. Jahrhundert
Handschuhe aus Kettenringen oder gleich am Kettenhemd angebracht, so
wurden im 14. Jahrhundert vermehrt Lederhandschuhe mit angenieteten
Plättchen benutzt. Diese Plättchen waren natürlich nur auf dem
Handrücken angebracht um das Gefühl für die Waffe oder dem Schild nicht
zu verlieren.
Ein
Falchon oder Malchus ist ähnlich wie ein Schwert aufgebaut, allerdings
mit nur einer Schneide und einem Horn auf dem stumpfen Rücken. Der
Rücken vom Horn bis zur Spitze war allerdings auch scharf, damit man
auch stechen konnte. Durch das Horn verlagerte sich der Schwerpunkt der
Waffe mehr zur Spitze, so das filigranes Fechten nicht möglich war.
Eher eine Wuchtwaffe für den ungeübteren Kämpfer. In einigen
Literaturhinweisen wird erwähnt, das der einfache Krieger kein Schwert
führen durfte und daher auf das Falchon beschränkt war, andere
wiederlegen diese Behauptung wieder.
Der
Dolch an der Seite war im 14ten Jahrhundert ein Statussymbol, etwa zu
vergleichen mit dem Colt im wilden Westen (mit etwa den gleichen
Nebenwirkungen). Auch im Kriegsfall war er als Beiwaffe gut zu
gebrauchen. Das Original meines Dolches wurde 1986 aus dem alten Stader
Hafen geborgen, ein Hafen der seit dem 14ten Jahrhundert nicht
ausgebaggert wurde. Datiert wurde er auch eben auf diese Zeit. Um
genaue Maße zu erhalten, durften wir ihn mit Handschuhen drehen und
wenden und von allen Seiten fotografieren und vermessen.

Die
Armbrust als Fernwaffe hat den Vorteil gegenüber dem Bogen das die
Energie gespeichert werden kann um in Ruhe das Ziel anzuversieren und
der Armbrustschütze musste nicht ab Kindesalter trainieren um
durchschlagsstarke Bögen treffsicher bedienen zu können. Um den Ergeiz
der Stadtbefölkerung anzustacheln mit der Armbrust zu üben wurden ab
dem Ende des 13. Jahrhunderts von den Städten Preise gestiftet und die
ersten Fogel/Ringschießen entstanden (Der Vorläufer der heutigen
Schützenfeste).
Der
Spanngurt besteht aus einem sehr festen Gürtel und einem vor dem Bauch
hängenden einfachen oder doppelten Haken. Um die Armbrust zu spannen
wird jetzt der Fuß in den Stehgreif gesteckt, der Haken unter die Sehne
gehakt und durch die Kraft der Beine in die Nuß gesetzt.
Die
Bolzen wurden auf verschiedene Weise aufbewahrt. Üblicher weise wurden
sie in Kästen oder Tonnen gelagert. Der Reiter zu Pferd im städtischen
Dienst hatte an der Seite einen Köcher.
Die
Bolzen, beim Bogen Pfeil genannt, sind je nach verwendeter Armbrust ca.
40cm lang. Die Befiederung bestand aus Federn, Holz oder Pergament. Die
Eisenspitze ist entweder mit einer Hülse ausgestattet um sie um sie auf
das angespitzte Holz zu stecken oder mit einem Dorn versehen, der ins
Holz gesteckt wird.
Jeder
Armbrustschütze im Feld benötigte zum Selbstschutz ein Setzschild.
Idealerweise ist dafür ein eigener Träger vorhanden. Der
Armbrustschütze selbst kann sich beim spannen und zielen nicht um
seinen Selbstschutz kümmern.